GZ: “Sie alle machen Gescher besser”

Gescheraner Schützenvereine erhalten zusammen den Heimatpreis 2020

Gescherer Zeitung vom Fr. 27.11.2020

Gescher. Nicht zuletzt dem Engagement örtlicher Organisationen und Einzelpersonen ist es zu verdanken, dass die Glockenstadt Gescher nicht nur ein Wohnort, sondern für viele Bürgerinnen und Bürger auch Heimat ist. Im Rahmen der Heimatförderung des Landes NRW werden durch die Verleihung des Heimatpreises neben der Anerkennung des Engagements nachahmenswerte Beispiele gewürdigt. 

Die Glockenstadt Gescher lobte auch in diesem Jahr den Heimatpreis im Wert von 5000 Euro aus. Nach Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, neuer Ideen und Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts wurden die Heimatpreise vergeben. Eine feierliche Verleihung als Präsenzveranstaltung ist aufgrund der aktuellen Gesamtsituation leider nicht möglich gewesen. Bürgermeisterin Anne Kortüm überreichte deshalb gemeinsam mit der Ersten Beigeordneten Kerstin Uphues und Kämmerer Christian Hübers die einzelnen Heimatpreise persönlich und bedankte sich für das beispiellose Engagement der Geehrten. Die Stadtverwaltung gratulierte den Schützenvereinen aus Gescher und Hochmoor, dem Heimatverein Gescher e.V. mit seinen Montagsfahrern und dem Zucht-, Reit- und Fahrverein Gescher e.V.

Ebenso hat die Sparkasse Westmünsterland gemeinsam mit der Glockenstadt Gescher den Ehrenamtspreis für das Jahr 2020 im Wert von 3000 Euro vergeben. Drei Empfänger wurden in diesen Tagen bedacht.

Überrascht wurde Elisabeth Thiery, die Eltern unterstützt, die sich viel zu früh von ihren Kindern verabschieden müssen. Wie es in einer Pressemitteilung der Stadt Gescher heißt, erfahre ihr Engagement durch diese Auszeichnung die gebührende Anerkennung. Frau Thiery erweise mit ihrer detailverliebten Näharbeit vielen Menschen in einer belastenden Situationen einen wertvollen Dienst – und das nicht nur für die Gescheraner, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus.

„Nein, meine Söhne geb´ ich nicht“ – Gedanken zum Volkstrauertag

Normalerweise wäre heute – am Volkstrauertag – am Ehrenmal an der Frieterhostraße ein Kranz zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Vertreibung niedergelegt worden. Bedingt durch die anhaltende Corona-Pandemie kann diese Aktion leider im gewohnten Rahmen nicht stattfinden. Trotzdem haben wir die Möglichkeit, kurz inne zu halten und den Opfern zu gedenken.

Per Zufall habe ich vor einigen Wochen in einer Fachzeitschrift von der Neuproduktion des Songs „Nein, meine Söhne geb´ ich nicht“ des bekannten Friedensaktivist Reinhard Mey gelesen. Dieses 1986 erschiene Lied wurde in einer aufwendigen und mit vielen Stars der Musikbranche gespickten Version neu aufgelegt und hat auch nach fast 35 Jahren nichts von seiner eingängigen Aussage und seiner pazifistischen Intension verloren.

Obwohl wir nun schon über 70 Jahre in Frieden in Deutschland leben, wird jede Mutter und jeder Vater zweifelsohne immer noch genauso wie Mey denken. Eine Parallele zwischen den Höchstzeiten des kalten Krieges in den 80er Jahren und heute zu ziehen fällt aber trotzdem schwer. Standen sich damals bis an die Zähne bewaffnete Konfliktparteien an der Innerdeutschen Grenze gegenüber, ist es heute für uns ein einfaches in alle Länder des ehemaligen Ostblocks zu fahren – sei es für Geschäfts- oder Urlaubsreisen: Etwas, dass bis zum Fall der Mauer nicht denkbar gewesen wäre.  

Verliert das Lied von Reinhard Mey deshalb an Eindringlichkeit, Bedeutung und inhaltlicher Wirkung?
Meiner Meinung nach nicht: Wenn Politiker den Waffeneinsatz gegen Flüchtlinge an den deutschen Grenzen fordern, wenn Präsidenten in Übersee eine Mauer gegen Flüchtlinge errichten wollen, wenn die Kriegsregionen Naher Osten und Kaukasus auch nach vielen Jahren immer noch nicht befriedet sind, ist der Inhalt von Meys Lied zeitlos und universell. Krieg und Waffeneinsatz kennen nur Verlierer.

Eine Reduzierung des Gedenkens auf Opfer des Krieges kommt meiner Meinung nach in der aktuellen Situation aber zu kurz: Die weltweit grassierende Pandemie fordert auch jetzt Opfer und schränkt das öffentliche Leben erheblich und nachhaltig ein. Über 12.000 Menschen haben mit oder durch Corona bisher in Deutschland ihr Leben verloren. Aber jeder von uns ist in der Lage, etwas für die Gesundheit seiner Mitmenschen zu tun: Abstand halten, Alltagsmaske und Hände waschen sind nur ein kleiner aber entscheidender Beitrag! Darüber hinaus ist eine Entschädigung der finanziell unter diesen Einschränkungen leidenden Branchen wichtig und richtig! Gaststätten, Hoteliers, Fitnessstudios, Künstler und das komplette Veranstaltungsgewerbe dürfen nicht die Leittragenden dieser Einschränkungen sein. Daher ist es wichtig, mit vereinter Kraft „an einem Strang zu ziehen“ und bis zum Erscheinen des Impfstoffes aufeinander Acht zu geben.

Schatz aus der Vergangenheit: Film vom Schützenfest 1977

Da wir gerade situationsbedingt viel Zeit haben, freuen wir uns, Euch einen besonderen Schatz aus der Vergangenheit präsentieren zu können:
den Film vom Schützenfest 1977 – also vor 43 Jahren.

Dieser wurde uns freundlicherweise vom damaligen König Hubert Weghake zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Seine Königin war Marita Bittner. Den ein oder anderen Beteiligten wird man auch heute noch wiedererkennen zudem bietet der Film die Möglichkeit, in alten Zeiten zu schwelgen.

Ein sehr schönes Zeitdokument, dass eindrucksvoll bezeugt, das die Pankratius-Könige und Königinnen schon immer gut feiern konnten.